Objektive - Kaufberatung







Anfangs wollte ich stets die allerbesten Objektive, die es am Markt gibt (und die ich mir gerade noch so leisten konnte). Nach unzähligen Testberichten und "Foren-Studien" hatte ich mir einen ansehnlichen Objektiv-Park zugelegt. - Absoluter Quatsch!

Ein sinnvoller Rat für den Start ist eigentlich, sich zu überlegen, welche Bereiche der Fotografie man beackern möchte. Im folgenden möchte ich Ihnen die Objektive vorstellen, mit denen ich arbeite. - Ich persönlich bin hauptsächlich in der Model- und ab und zu mal in der Architekturfotografie unterwegs.

Weiterhin spielt für mich neben einem vernünftigen Preis-Leistungs-Verhältnis auch das Gewicht und das Handling eines Objektiv eine große Rolle. - Das schlechteste Objektiv, das man hat, ist das, welches nicht zum Einsatz kommt, weil es nicht in die Fototasche passt oder aus Bequemlichkeit lieber zu Hause gelassen wird.

Zoom oder Festbrennweite?


Diese Frage ist ziemlich einfach und schnell zu beantworten: Das, was Ihnen am angenehmsten ist.

Festbrennweiten haben (für mich) im Normalbrennweitenbereich (35 - 85mm) den Charme, den "Bildblick" zu trainieren: Will ich z.B. einen anderen Bildausschnitt haben, bin ich gezwungen, meine Position zu verändern und ein paar Schritte nach vorne oder nach hinten laufen - was mitunter wieder ganz andere Bildideen produziert.

Im Weitwinkel- oder Telebereich können allerdings "ein paar Schritte" auch mal 50 oder 100 Meter sein, was mir zu lästig ist, weshalb ich bei solchen Aufnahmen lieber mit Zooms arbeite. Auch bei Veranstaltungen wie z.B. Hochzeiten oder Partys ist das ständige Wechseln von Objektiven hinderlich, auch hier setze ich lieber auf Zoomobjektive.

Es wird in Foto-Foren gern hitzig argumentiert, dass man entweder lichtstarke Festbrennweiten oder superteure Zoomobjektive benötigt, um gute Fotos zu machen. In bestimmten Grenzbereichen oder im absoluten Profisegment mag das zutreffen, für Sie oder mich ist es (ziemlich) egal, ob ein Objektiv € 300,- oder € 2.500,- gekostet hat und ob es ein Zoom-Objektiv oder eine Festbrennweite ist.

Lichtstärke


Die Lichtstärke von Objektiven drückt aus, wie weit die Blende maximal geöffnet werden kann (kleine Blendenzahl = große Öffnung). Lichtstarke Objektive haben im Allgemeinen eine Maximalblende von 1.4, 1.8 oder 2.8. Eine "offene" Blende lässt mehr Licht auf den Sensor fallen, was Aufnahmen auch bei schwachen Lichtverhältnissen begünstigt. Aber: Je weiter die Blende geöffnet wird, desto kleiner wird der Tiefenschärfen-Bereich, also der Bereich im Bild, der scharf abgebildet wird.

In bestimmten Bildsituationen (z.B. Gesichtsportraits, Nahaufnahmen) wird die Kombination von Schärfe/Unschärfe gern als gestalterisches Mittel zur Bildgestaltung eingesetzt.

Abhängig von der Brennweite reduziert sich bei weit geöffneter Blende der Schärfebereich auf wenige Zentimeter, was - je nach Motiv und Entfernung - auf eine Zielübung hinauslaufen kann. Der Klassiker bei dieser Problematik ist ein Gesicht, bei dem die Nase scharf, die Augen jedoch unscharf abgelichtet werden.

Weiterhin sollte bedacht werden, dass lichtstarke Objektive wesentlich teurer (und schwerer) sind als ihre lichtschwächeren Brüder. Ein Nikon-Vollformat-Objektiv (50mm) mit einer Lichtstärke von 1.8 kostet ca. € 200,-, sein Äquivalent mit einer Lichtstärke von 1.4 bereits ca. € 450,-. Und hier sprechen wir von den preisgünstigen Normalbrennweiten. Bei Weitwinkel-, Tele- oder Zoomobjektiven kann der preisliche Unterschied von ein oder zwei Blendenstufen schon einen vierstelligen Betrag ausmachen. Diesem Thema habe ich hier einen extra Beitrag spendiert.