Licht - Settings








Das Faszinierende an der Arbeit und Gestaltung mit Licht ist sicherlich die praktisch unbegrenzte Anzahl an Variationsmöglichkeiten mit Kamera, Lichtquellen und Lichtformern. Hier möchte ich einige geläufige Standard-Settings vorstellen.

Rembrandt-Licht

Der Klassiker unter den Licht-Setups ist benannt nach dem niederländischen Maler aus dem 17. Jahrhundert, der zu seiner Zeit haufenweise Portraits gemalt hat.

Rembrandts Bilder sind normalerweise von einem starken Hell-Dunkel-Übergang und einer ruhigen Haltung der Dargestellten geprägt. Ein charakteristisches Merkmal ist der Lichteinfall von nur einer Seite und das Lichtdreieck unterhalb des Auges auf der Licht-abgewandten Seite, bei dem der Nasenschatten in den Wangenschatten übergeht.

Ich bin immer wieder beeindruckt, wie es dem Maler gelungen ist, das Licht absolut realistisch und glaubwürdig in seinen Bildern darzustellen.

Das Rembrandt-Licht ist bei Kopf- und Oberkörperportraits sehr beliebt und recht einfach mit nur einer Lichtquelle zu realisieren:

Die Lichtquelle befindet sich schräg (ca. 45°) oberhalb des Gesichts, wahlweise kann mithilfe eines Reflektors die Tiefe des Schattens und die Präsenz des Lichtdreiecks auf der Licht-abgewandten Seite abgemildert werden.

Split-Light

Hierbei handelt es sich um ein einfaches Setup, mit dem sehr schön Dramatik in ein Bild eingebracht werden kann. Die Lichtquelle beleuchtet nur eine Seite des Motivs, die Licht-abgewandte Seite verschwindet (fast) im Dunkeln.

Bei diesem Setup sollte darauf geachtet werden, dass die Lichtquelle nicht exakt im rechten Winkel positioniert wird, da sonst die komplette unbeleuchtete Gesichtshälfte „absäuft“. Ein ganz leichter dem Gesicht zugewandter Winkel bewirkt, dass das Auge gerade noch so erkennbar ist.

  •  falsch: rechte Gesichtshälfte zu dunkel 
  •  richtig: rechtes Auge noch erkennbar 

Keine Regel ohne Ausnahme: Der Effekt der vollständigen Abdunkelung einer Gesichtshälfte kann - gerade in der Schwarz-Weiß-Fotografie - hervorragend als stilistisches Mittel eingesetzt werden.

Butterfly-Light

Ein gerne in der Beauty-Fotografie eingesetztes Licht-Setup ist das Butterfly-Licht, das seinen Namen der Form des Nasenschattens verdankt.

Es handelt sich um ein klassisches „Hochfrontal“-Licht, bei dem sich die Lichtquelle direkt vor und oberhalb des Motivs befindet.

Je höher die Lichtquelle positioniert wird, desto „dramatischer“ bilden sich die nach unten fallenden Schatten. Man sollte es allerdings nicht übertreiben, da sonst die Gefahr ungewollter „Schattenaugen“ entsteht.

Clamshell-Light (=Muschellicht)

Eine Erweiterung des Butterfly-Lichts ist das sogenannte Muschellicht mit zwei Lichtquellen (oben und unten, ca. 45° zum Model), was eine absolut gleichmäßige Ausleuchtung bewirkt.

Die obere Lichtquelle sollte etwa doppelt so viel Licht liefern wie die untere. - Alternativ kann der Effekt auch mit nur einer Lichtquelle und einem Reflektor erreicht werden.

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Als Abwandlung können die Lichtquellen horizontal, also links und rechts (statt oben und unten) positioniert werden. Auch hier wird eine ausgewogene und äußerst gleichmäßige Ausleuchtung realisiert.

High-Key-Light

Ein ebenso in der Beauty-Fotografie oft verwendetes Licht-Setup ist das High-Key-Licht. Bei einer solchen Aufnahme überwiegen die Weiß-Anteile im Bild. Entgegen der weit verbreiteten Ansicht muss ein High-Key-Bild nicht unbedingt vor einem weißen Hintergrund aufgenommen werden.

Im Beispiel habe ich einen schwarzen Raum und einen dunkelgrauen Hintergrund gewählt. Die dunkle Umgebung blitze ich mit den beiden Hintergrundblitzen weiß, die ursprüngliche Farbe spielt bei entsprechender Lichtstärke keine Rolle.

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Low-Key-Light

Der Gegenpart zum High-Key-Setup ist das Low-Key-Licht, bei dem die dunklen Bildanteile überwiegen.

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Durch die sparsame Verwendung von Lichtquellen wird nur das eigentliche Motiv (oder Teile davon) beleuchtet.