Themen-Shootings







Zu Beginn meiner „Foto-Karriere“ machte ich mir hauptsächlich Gedanken um Kameramodell, Objektive, Blitz-Setups und das hübscheste Model, das ich kriegen konnte, und wenn dann nach einem Shooting schöne Fotos abfielen, war ich zufrieden. Erst durch die Themen-Shootings habe ich gelernt, die „technische Fotografie“ als Werkzeug zu verstehen - und nicht als den eigentlichen Mittelpunkt meines Hobbys.

Für mich ist es ein unglaublich befriedigendes Gefühl, beim Betrachten meiner Bilder zu realisieren, dass ich ein Shooting nicht einfach nur technisch umgesetzt, sondern komplett von der Idee bis hin zu den fertigen Bildern selbst entwickelt habe.

Sinn und Zweck dieses Tutorials soll es daher sein, als Ratgeber für die Planung und Durchführung von Themen-Shootings zu dienen und vor allem neue Anregungen zu liefern. Es geht mir darum, Ihnen Denkanstöße zu geben, Ihre eigene Kreativität anzuregen und natürlich auf die vielen Probleme und Fallstricke, mit denen ich selbst in der Vergangenheit konfrontiert wurde, hinzuweisen.

Natürlich führe ich neben den Themen-Shootings auch nach wie vor „normale“ Portrait- oder Lifestyle-Shootings durch, allerdings gehen mir diese heute wesentlich leichter von der Hand - durch die Erkenntnisse, die ich bei meinen Themen-Shootings gewonnen habe.

Definition


Ein „Themen-Shooting“ ist - wie der Name schon sagt - ein Shooting, bei dem es um ein bestimmtes Thema geht. Natürlich beinhalten alle möglichen Lifestyle-, Portrait- oder Aktshootings auch ein „Thema“, allerdings geht es hier vornehmlich um die „Themen“ Kleidung, Location, Accessoires oder halt um das Model.

Dies alles ist bei einem Themen-Shooting (in dem von mit gemeinten Sinne) zwar auch wichtig, aber nebensächlich. Das eigentliche „Thema“ ist der zentrale Bestandteil, um das sich beim Themen-Shooting alles, aber auch wirklich alles, dreht. Denn Model, Location, Accessoires, Outfits etc. werden ausschließlich im Rahmen des „Themas“ ausgewählt.

"Standard-“Shooting vs. „Themen“-Shooting


Ich habe nachfolgend versucht, die Anteile, die zu einem gelungenen Shooting beitragen, gegenüberzustellen:

 

Lifestyle/Portrait

Themen-Shooting

Vorbereitungen (z.B. Recherche, Location)

10 %

30 %

Outfits/Accessoires

10 %

30 %

Model/Visa

50 %

30 %

Technik (z.B. Equipment, Licht-Setup)

30 %

10 %

 

100 %

100 %

Das sind natürlich nur grobe Schätzwerte, die tatsächlichen Verhältnisse hängen individuell vom Shooting ab. Es soll jedoch herausgestellt werden, dass die Vorarbeiten zu einem Themen-Shooting nahezu Zweidrittel des Gesamtaufwands darstellen.

Kann man sich bei einem Standard-Shooting auf den i.d.R. gut gefüllten Kleiderschrank des Models bzw. seine Posing-Erfahrung verlassen, müssen Sie sich beim Themen-Shooting um so ziemlich alles selbst kümmern. Der Anteil, den das Model zum Gelingen beiträgt, wird drastisch reduziert, da seine Hauptaufgabe beim Themen-Shooting nicht das tolle Posing, sondern hauptsächlich die Erfüllung der zugedachten Rolle ist.

Beim Themen-Shooting sind Sie Produzent, Regisseur, Kameramann und Bildbearbeiter in einem.

Resonanz


Sie werden mit Bildern aus einem Themen-Shooting keine „like“-Wettbewerbe im Internet gewinnen, dafür sind die von Ihnen ausgewählten Themen meistens zu polarisierend. - Manche Betrachter werden von den Bildern begeistert sein, andere werden die Bilder schlecht finden, weil sie das Thema nicht mögen.

Hier mal zwei Kommentare zu einem der Bilder aus meinem ersten „Tomb Raider“-Shooting:

  • „Sehr geil gemacht! - Ich bin absoluter Croft Fan.

  • „Mit Schießen und Gewalt und so kann ich überhaupt nicht... und werde es nie verstehen, was man an sowas toll findet. Fotografisch ´ne gute Arbeit... da gibt‘s nix... aber eben nicht meins“

Fanden die beiden Rezensenten das Bild nun gut oder nicht? – Oder meinten sie vielleicht das Thema an sich (und das Bild spielte eigentlich keine Rolle)? - Keine Ahnung!

Mein persönlicher Rat: Nehmen Sie die Meinung von unbekannten Dritten nicht als Indikator für die Qualität Ihrer Arbeit. Wenn Sie beim Betrachten Ihrer Bilder ein tolles Gefühl empfinden, haben Sie alles richtiggemacht.

Die Fotografie ist Ihr Hobby, Sie investieren Geld, Zeit und Engagement, und die einzige Meinung, die wichtig ist und wirklich zählt, ist Ihre eigene.

Bestandteile eines Themenshootings