Rechtliches







Das wohl unangenehmste Thema in Bezug auf die Fotografie ist wohl das Thema Rechte. Heutzutage müssen Sie schon ein paar Semester Jura studiert haben, um den Gefahren, die im Umgang mit den von Ihnen gemachten Bildern auf Sie lauern, auch nur halbwegs aus dem Weg zu gehen. Ich möchte versuchen, hier kurz und für normale Menschen verständlich die wichtigsten Punkte zu benennen.

Ich muss darauf hinweisen, dass auch ich auf diesem Gebiet nur ein Laie bin. Demjenigen, der tiefer in die Materie einsteigen möchte (oder muss), kann ich leider nur zu zeitintensiven Recherchen oder professioneller Unterstützung raten.

Nehmen wir für die weiteren Erläuterungen einfach mal an, Sie haben ein Bild von einem Model gemacht ...

Urheberrecht


Als Fotograf sind Sie der „Schöpfer“ des Bildes. Das Bild ist grundsätzlich urheberrechtlich geschützt und gehört erstmal Ihnen, Sie können damit machen, was Sie wollen. Aber: Sobald Sie das Bild in irgendeiner Form veröffentlichen, verstoßen Sie damit ggf. gegen ein anderes Gesetz …

Recht am eigenen Bild (auch: Fotorecht)


Jeder hat das Recht, darüber zu bestimmen, was mit Fotografien der eigenen Person in der Öffentlichkeit geschieht. Wenn Sie also z.B. unser Beispielfoto, auf dem das Model abgelichtet ist, auf Ihrer Homepage öffentlich zur Ansicht stellen, ohne vorher eine Einwilligung des Models einzuholen, riskieren Sie im schlimmsten Fall eine Unterlassungsklage (mit allen für Sie damit verbundenen Kosten). Aber: Es existiert ein einfaches Mittel, sich abzusichern, nämlich der Vertrag.

Quellen


Bei Ihrer Themen-Recherche werden Sie sicherlich eine Menge Bilder aus dem Internet „saugen“ und zu Ihrem späteren Konzept verarbeiten. Bedenken Sie bitte hierbei, dass es sich meist um urheberrechtlich geschütztes Material handelt. Nutzen Sie es zur Inspiration und zur Umsetzung, vermeiden Sie jedoch die Verwendung in Ihren späteren Bildern.

Der Vertrag


Obwohl dieser Hinweis in der heutigen Zeit eigentlich überflüssig ist: Führen Sie niemals ein Shooting ohne Vertrag mit dem Model (auch Model-Release genannt) durch. In diesem Vertrag tritt das Model nämlich das Recht am eigenen Bild an den Fotografen (also Sie) ab. Es ist völlig egal, ob Sie ein semi-professionelles Pay-Model aus der Model-Kartei oder die hübsche Nachbarstochter ablichten. Einen Vertrag sollten Sie immer machen. Im (unwahrscheinlichen) Fall, dass Sie noch kein Vertragsmuster zur Hand haben: Ich stelle im Rahmen dieses Tutorials Musterverträge (Pay und TfP) zur Verfügung, die Sie beliebig an Ihre Bedürfnisse anpassen können.

In meinen Verträgen räume ich im Gegenzug zu der Überlassung der persönlichen Bildrechte dem Model grundsätzlich Veröffentlichungsrechte für die gemachten Bilder ein. Das ist bei einem TfP-Vertrag natürlich obligatorisch, bei einem Pay-Vertrag mache ich das (für eine von mir getroffene Auswahl an bearbeiteten Bildern) allerdings auch. Erstens freut sich das Model, wenn es ein paar schöne Fotos vom Shooting erhält, die es auch zur Eigenwerbung nutzen kann. Zweitens weiß ich, dass Models oft über gigantische Netzwerke verfügen und i.d.R. auf mehreren sozialen Plattformen unterwegs sind. Eine bessere Werbung bzw. Referenz für Ihre Bilder können Sie selbst gar nicht leisten (allerdings sollten Sie mit dem Model vereinbart haben, dass Ihr Name bei Veröffentlichungen genannt wird).

Erwähnen Sie im Vertrag (den Sie dem Model vor dem Shooting zukommen lassen) immer, was genau fotografiert wird - und halten sich auch bitte daran. Mir wurde schon mehrfach von Models berichtet, dass sie für ein Portrait-Shooting gebucht wurden und während des Shootings zum „Blankziehen“ aufgefordert wurden. - Das ist mindestens unangenehm, ein energisches Model wird das ganze Shooting (zu Recht) kurzerhand abbrechen.